2. Bestandteile der Plannummer Übersicht über mögliche Bestandteile
3. Trennzeichen Gliederung der Plannummer
4. Grundfunktionen der Plannummer Identifizieren und Klassifizieren
5. Verschlüsselungssysteme Zahlen oder Buchstaben?
6. Fixe und freie Klassifikationssysteme Hängen die Bereiche einer Nummer voneinander ab oder nicht?
7. Indexierung Kennzeichnung von überarbeiteten Ständen
Aber wie kommt man zu einer kurzen Plannummer?
In einigen uns bekannten Plannummernsystemen wird der Maßstab oder auch die Größe der Zeichnung angegeben.
Dies hat häufig damit zu tun, dass diese Nummernsysteme aus einer Zeit stammen, in denen Dateinamen möglichst kurz sein mussten.
Wenn Sie ein neues Nummernsystem erstellen, versuchen Sie, wenn möglich, mit Trennzeichen zu arbeiten. Dabei ist darauf zu achten, dass das Trennzeichen nicht in den einzelnen Werten vorkommen sollten. Beispiel: Wenn Sie die Oberirdischen Geschosse mit E1, E2, E3 bezeichnen, dann sollten sie eine Bezeichnung wie E-1 für die Untergeschosse vermeiden:
da sonst die -1 leicht für ein weiteres Feld gehalten werden kann. Gerade Computer neigen zu solchen Verwechslungen.
Im übrigen kann das Trennzeichen weggelassen werden, wenn die Nummernteile anderweitig zu trennen sind. So kann beispielsweise bei der der NummerA-02-001unter der Voraussetzung, dass an dritter und vierter Stelle immer Zahlen stehen, das erste Trennzeichen entfallen, was die Nummer insgesamt lesbarer macht:
Beim Erstellen einer Plannummer hat uns oft geholfen, sich zwei grundsätzliche Funktionen einer Nummer klar zu machen:
a. Identifikation
Über die Plannummer soll ermöglicht werden, dass ein Plan eindeutig identifiziert werden kann – Es geht also darum sicher zu stellen, dass eine Person am anderen Ende der Telefonleitung auf die gleiche Zeichnung blickt.
b. Klassifikation
Über die Plannummer soll der Plan einer gestimmten Gruppe zugeordnet werden, d.h. klassifiziert werden. Also beispielsweise: Wer hat den Plan erstellt? Ist dieser Plan ein Grundriss, ein Schnitt etc.?
Die kürzeste Plannummer würde entstehen, wenn auf die Klassifizierung gänzlich verzichtet werden würde, indem einfach eine fortlaufende Liste der ausgehenden Pläne anlegt und jeder Plan einfach durchnummeriert wird:
0001 Übersichtsplan
Diese haben in mannigfaltigen Abwandlungen ihre Eignung in der Baupraxis bereits erwiesen. Allerdings gilt es unserer Meinung, hier das richtige Maß zu finden. Sollen zu viele Informationen in der Plannummer hinterlegt werden, dann kehrt sich der Vorteil dieser Plannummernkonvention schnell in sein Gegenteil um - die Plannummer erreicht schnell eine unhandliche Länge. Insofern raten wir beispielsweise im Regelfall davon ab, Informationen wie z.B. Blattgröße oder Maßstab in die Plannummer zu integrieren.
Vorteile:
Nachteile:
b. Zahlenschlüssel
Die Kategorien erhalten in der gewünschten Reihenfolge eine Kennnummer, beispielsweise 02-Grundrisse, 03-Schnitte, 04-Ansichten.Nachteil:
Die Entscheidung, welches System am besten für einen individuellen Anwendungsfall geeignet ist, ist unserer Erfahrung nach sehr projektspezifisch zu sehen, wobei wir von der Grundtendenz bei größeren Projekten zu Nummernschlüsseln neigen, weil dann Kürzel wie SE = Schema Elektro dann oft auch nicht selbsterklärend sind und bei vielen Kategorien das Argument der sinnhaften Sortierung wichtiger wird.
Außerdem ist, wie bereits erwähnt, zu berücksichtigen, dass die optimale Nummer oft durch die Kombination beider Systeme entsteht:
A-GR-EGgegenüberDer Wechsel von einer Buchstaben- zu einer Zahlenverschlüsselung hilft, die Nummer zu gliedern.
Unserer Meinung nach ist diese Punkt das wirklich wesentliche Kriterium für die Unterscheidung von Plannummernsystemen. Dabei sind die beiden in der Überschrift genannten Kriterien keine feststehenden Begriffe in der Klassifikationstheorie. Insofern hier unsere Definition:
| fixe Klassifikationsysteme | Das System besteht aus vorgegebenen Spalten, die in einer fest vorgebenen Reihenfolge einzelne Aspekte des Plans beschreiben. Dabei ist der Inhalt einer jeden Spalte von den anderen Werten unabhängig. In der Klassifikationstheorie spricht man auch von einer "Facettenklassifikation". | |
| freie Klassifikationssystem | Der Inhalt einer Spalte ist frei wählbar. Seine Bedeutung ist abhängig von der jeweils links davon stehenden Spalte. Solche Systeme werden auch als hierarchische Systeme bezeichnet. Vom Prinzip kann eine Nummer auch eine variable Anzahl von Spalten haben. |
Beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile. Betrachten wir das folgende vereinfachte fixe Schema:
Verfasser - Plantyp - Planart - Ebene – laufende Nummer
Als Verfasser kommen die Planungsbeteiligten, also beispielsweise Architekt, Tragwerksplaner, HLS, in Frage. Der Plantyp beschreibt das Thema, wie Werkplanung, Heizungspläne, Lüftungspläne etc. und als Planart die oben erwähnten Grundrisse, Schnitte und Ansichten. Dadurch entstehen Nummern wie diese:
Dieser Plan erklärt auch die Notwendigkeit der laufenden Nummer, da ja mehrere Details nur anhand dieser Nummer zu unterscheiden sind. Für die vorher aufgeführten Pläne ist "001" inhaltlich unsinnig und muss nur mitgeführt werden, da ja jeder Spalte ein Wert zugeordnet sein muss.
Wie sieht eine Alternative aus? Nun, solange keine Computer zur Verwaltung verwendet wurden, waren die Schemas flexibler. Vereinfacht ausgedrückt wurden nicht benutzte Felder einfach weggelassen, da es ja klar war, dass ein Treppendetail keiner festen Ebene zu zuordnen ist. D.h. die Architektenpläne aus dem Beispiel oben heißen:
Für uns Menschen völlig naheliegend. Aber für einen Rechner wird es nun vergleichsweise schwierig zu prüfen welche Plannummern wann gültig sind.
Die leichtere programmtechnische Umsetzbarkeit von fixen Klassifikationssystemen mag ein Grund sein, warum diese von elektronischen Verwaltungsprogrammen im Regelfalle vorgegeben werden. Aus unserer Sicht führen sie, überspitzt gesagt, dazu, dass die Pläne die man sowieso einfach findet unverständlich lange Nummern bekommen, dafür aber die Pläne, deren Klassifizierung schwierig ist, Plannummern haben, die zu einem großen Teil aus "x"-en bestehen und daher eigentlich auch nicht wirklich weiter helfen.
Trotzdem - ganz so einfach ist es natürlich auch nicht. Fixe Klassifikationssysteme haben den Vorteil einer vergleichsweise guten Kommunizierbarkeit. Auch wenn sie umständlich in der Handhabung sind, lässt sich das Schema im Regelfall auf einer A4-Seite zusammenfassen. Außerdem kann mit ihnen leichter ein umfassender Namensraum zu Projektbeginn beschrieben werden. Die individuelleren, freien Klassifikationssysteme müssen im Verlauf des Projektes eher angepasst werden, um Anfangs nicht berücksichtigte Pläne zu einem späteren Zeitpunkt mit aufzunehmen.
Dennoch neigen wir in der Regel zu freien, hierarchisch gegliederten Systemen. Ihr Vorteil besteht nicht nur in der Kürze der daraus resultierenden Nummern. Entscheidend ist auch, dass man Informationen leichter findet, da die unsinnigen Kombinationen eleminiert sind.
In der Regel erfolgte dies ohne Trennzeichen, d.h. der erste Index eines Plan A-GR-EG erhält eher die Bezeichnung A-GR-EGa als A-GR-EG-a, wobei der Index dann teilweise auch mit Leerzeichen getrennt wird: A-GR-EG a.
Dies führt zu vergleichsweise schwer zu handhabenden Gültigkeitsprüfungen, da ein "vergessener" Index ja auch eine gültige Plannummer darstellt.b) Datum
Eine andere Möglichkeit, die wir in der Praxis häufig antreffen, ist die Kennzeichnung der Indexstände über das Datum, wobei meist die für Dokumente oder Protokolle übliche "rückwärts" Notation (also anlehnend an ISO 8601) mit 2-stelligen Jahr verwendet wird:
Der Vorteil der einfachen Handhabbarkeit wird allerdings damit erkauft, dass in der Historie jetzt nicht mehr zu erkennen ist, ob die Reihe der Indexe vollständig ist, weshalb wir bei größeren Projekten von einer solchen Kennzeichnung eher abraten.
c) Ohne Kennzeichnung
Im amerikanischen Raum ist es unserer Erfahrung durchaus üblich keinen Index im Dateinamen zu führen. Der Index wir zwar durchaus im Plankopf geführt, aber eben nicht im Dateinamen. Hier wird dann in der Regel das Datum der Datei als Indikator verwendet. Dies mag zum einen damit zu haben, dass nicht zuletzt aufgrund der homogeneren Softwarelandschaft durchgängiger mit sogenannten "Referenzen" zwischen den Dateien gearbeitet wird. Dabei werden beispielsweise die Achsen auf eine eigene Zeichnung ausgelagert, auf die dann von allen Grundrissen aus verwiesen wird. Würde sich nun der Dateiname der Achsen-Zeichnung aufgrund eines neuen Index verändern, müssten mit jeder Änderung alle Referenzen der auf diese Achsen verweisenden Grundrisse aktualisiert werden, was hochgradig fehlerträchtig ist.
Zum anderen ist es aufgrund der dortigen Ausschreibungsprozedere üblicher alle Gebäudepläne auf einmal in so genannten "Packages" zu veröffentlichen, die dann auf der Baustelle tatsächlich als eine Art "gebundenes" Buch vorliegen, d.h. ein nachträgliches Hinzufügen und Ändern einzelner Pläne schon rein praktisch nicht in der hierzulande üblichen Form vorgesehen ist.
d) Revision
In Projekten im nahen Osten haben wir die Kennzeichnung von Indexständen in der Form von typischerweise zweistelligen Revisionsnummern kennengelernt, die als eigenständiges Element der Plannummer angehängt werden:
A-02-Level1-R00Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass der Index unmittelbar als eigenständiger Bestandteil der Plannummer ins Auge fällt. Vor allem wird auch der ersten Veröffentlichung eindeutig ein Indexstand zugewiesen. Zudem wird der Buchstabe "R" für "Revision" zumindest in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch verstanden.
e) Planungsphase und Index kombiniert
Wir selbst kennzeichnen Indexstände gerne nach folgendem System:
A02-E1-ENv0