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Plannummern - Der Weg zum optimalen Plannummernsystem

1. Einleitung

2. Bestandteile der Plannummer Übersicht über mögliche Bestandteile

3. Trennzeichen Gliederung der Plannummer

4. Grundfunktionen der Plannummer Identifizieren und Klassifizieren

5. Verschlüsselungssysteme Zahlen oder Buchstaben?

6. Fixe und freie Klassifikationssysteme Hängen die Bereiche einer Nummer voneinander ab oder nicht?

7. Indexierung Kennzeichnung von überarbeiteten Ständen

 

1. Einleitung

Im Zusammenhang mit der Einführung unseres Poolarservers ergibt sich immer wieder die Diskussion über die zu verwendende Plannummer. Zwar können wir unseren Server an jedes in sich schlüssiges Nummernsystem anpassen - trotzdem ist dies immer wieder eine gute Gelegenheit, um sich die Frage zu stellen: Welche Plannummern sollte man verwenden?

Wir neigen, wann immer wir Einfluss nehmen können, zu möglichst kurzen Plannummern. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das ganze System ist einfacher zu bedienen. Je kürzer ein Dateiname ist, desto geringer ist die Gefahr von Fehlschreibweisen. Vor allem im Auslandsgeschäft sollte nicht unterschätzt werden, was es bedeutet, eine 20stellige Plannummer bei einer schlechten Telefonverbindung in französischer Sprache am Telefon durchzugeben.

Aber wie kommt man zu einer kurzen Plannummer?

 

2. Bestandteile der Plannummer

Betrachten wir zunächst die im Regelfall genannten möglichen Teile, aus denen eine Plannummer zusammengesetzt sein kann:

Verfasser
Über diesen Nummernteil wird der Planverfasser festgelegt. Die in der Baubranche oft über den Verfasser festgelegte Haftung macht eine solche Kennzeichnung oft zum entscheidenden Merkmal eines Planes.

Projektnummer
Gerade in großen Büros stellen wir die Tendenz fest, die Projektnummer als Bestandteil der Plannummer zu führen. Dies ist aus Sicht des einzelnen Unternehmens völlig nachvollziehbar, führt allerdings bei einer Plannummer, die von mehreren Büros gemeinsam genutzt wird, zwangsläufig zu Widersprüchen, da das gleiche Projekt in verschiedenen Büros unterschiedliche Nummern hat.

Planart
Jedem Plan wird eine Kategorie zugeordnet. Übliche Kategorien sind z.B. Grundriss, Schnitt, Ansicht bei Architekten oder Positionsplan, Schalplan, Bewehrungsplan bei Tragwerksplanern. Eine gewisse Herausforderung stellen häufig die Kategorien bei Haustechnikplänen dar, da diese bei den heute immer komplexer werdenden Installationen oft nicht einfach zu handhaben sind.

Räumliche Zuordnung - Ebene
Über einen Schlüssel dieser Kategorie wird der Plan in der vertikalen lokalisiert, meist durch Angabe des Stockwerks. Im Rahmen unserer Beratungen zum Thema „Plannummernkonventionen“ haben wir in den letzten Jahren eine ganze Menge verschiedener Varianten kennengelernt, um die Etagennummer zu verschlüsseln (link). Welche Art letztendlich gewählt wird, ist letztendlich vom individuellen Projekt abhängig. Allerdings muss eine solche räumliche Zuordnung nicht für alle Planverfasser sinnvoll sein muss. Die schon oben erwähnten Bewehrungspläne oder Fassadenpläne können häufig nicht sinnvoll einzelnen Stockwerken zugeordnet werden.

Räumliche Zuordnung - Bauteil
Gerade bei größeren Projekten wird es oft notwendig in seiner horizontalen Lage zu beschreiben, meist durch Zuordnung nach einem Bauteil. Dies ist primär bei Grundrissen notwendig. Die gleiche Problematik entsteht wenn ein 100stel Plan in mehrere 50stel Pläne unterteilt wird, die dann nach der räumlichen Lage unterschieden werden. Letzteres wird oft auch aus Planausschnitt bezeichnet.

Planungsphase
Welcher Planungsphase ist die Zeichnung zuzuordnen?

Index
Der gleiche Plan wird mehrfach überarbeitet. Die unterschiedlichen Stände werden durch einen Index gekennzeichnet. Diesem sehr entscheidenden Teil der Nummer ist weiter unten ein eigenes Kapitel gewidmet.

Sonstige Informationen

In einigen uns bekannten Plannummernsystemen wird der Maßstab oder auch die Größe der Zeichnung angegeben.

 

 

3. Trennzeichen

Im Regelfall werden die einzelnen Bestandteile heutzutage durch ein Trennzeichen, beispielsweise einen Querstrich aneinander gesetzt:
A-GR-2.OG-a
Gleichwertig ist eine Trennung per Unterstrich:
A_GR_2.OG_a
Wobei der "Querstrich" zumindest auf deutschen Tastaturen leichter zu tippen ist, und zudem noch die Möglich bietet, den Querstrich als Ersatz für andere Sonderzeichen zu verwenden:
A-GR-2_OG-a
In der Praxis begegnen wir teilweise auch Nummernsystemen, in denen die Trennzeichen gänzlich weggelassen werden:
AGR2OGa

Dies hat häufig damit zu tun, dass diese Nummernsysteme aus einer Zeit stammen, in denen Dateinamen möglichst kurz sein mussten.

 

Wenn Sie ein neues Nummernsystem erstellen, versuchen Sie, wenn möglich, mit Trennzeichen zu arbeiten. Dabei ist darauf zu achten, dass das Trennzeichen nicht in den einzelnen Werten vorkommen sollten. Beispiel: Wenn Sie die Oberirdischen Geschosse mit E1, E2, E3 bezeichnen, dann sollten sie eine Bezeichnung wie E-1 für die Untergeschosse vermeiden:
A-Gr-E-1-a

da sonst die -1 leicht für ein weiteres Feld gehalten werden kann. Gerade Computer neigen zu solchen Verwechslungen.

 

Im übrigen kann das Trennzeichen weggelassen werden, wenn die Nummernteile anderweitig zu trennen sind. So kann beispielsweise bei der der Nummer
A-02-001
unter der Voraussetzung, dass an dritter und vierter Stelle immer Zahlen stehen, das erste Trennzeichen entfallen, was die Nummer insgesamt lesbarer macht:
A02-001

 

 

4. Grundfunktionen der Plannummer

Beim Erstellen einer Plannummer hat uns oft geholfen, sich zwei grundsätzliche Funktionen einer Nummer klar zu machen:

a. Identifikation
Über die Plannummer soll ermöglicht werden, dass ein Plan eindeutig identifiziert werden kann – Es geht also darum sicher zu stellen, dass eine Person am anderen Ende der Telefonleitung auf die gleiche Zeichnung blickt.

b. Klassifikation
Über die Plannummer soll der Plan einer gestimmten Gruppe zugeordnet werden, d.h. klassifiziert werden. Also beispielsweise: Wer hat den Plan erstellt? Ist dieser Plan ein Grundriss, ein Schnitt etc.?

Die kürzeste Plannummer würde entstehen, wenn auf die Klassifizierung gänzlich verzichtet werden würde, indem einfach eine fortlaufende Liste der ausgehenden Pläne anlegt und jeder Plan einfach durchnummeriert wird:

0001 Übersichtsplan
0002 Perspektive
0003 Schnitt A-A
0004 Grundriss EG
0005 Lageplan

Tatsächlich ist diese Methode besser, als sie auf den ersten Blick erscheint. Sie werden rasch feststellen, dass die Methode umso besser ist, je komplexer die Planungsaufgabe ist. So werden beispielsweise Bewehrungspläne oder Ausführungspläne häufig von Firmen nach diesem System abgelegt. Bei genauerem Nachdenken hängt dies nicht zuletzt damit zusammen, dass es häufig sehr schwierig ist für solche Pläne ein vernünftiges Klassifizierungssystem zu entwickeln - einfach weil die Inhalte zu komplex sind. Ein Fassadenplan enthält oft Grundriss, Schnitt und Ansicht eines Bauteils oder ein bestimmtes Detail gilt für mehrere, aber nicht alle Geschosse. Solche Pläne funktionieren in der Regel mit Übersichtsplänen, in denen die Verweise auf diese Bauteile oder Pläne eingetragen sind - und da ist es einfach hilfreich, wenn die Nummer so kurz wie möglich ist, damit sie in den Plan hinein passt.

Der Nachteil einer solchen Methode ist, dass ein Plan nur dann auffindbar ist, wenn die Liste zur Verfügung steht. Gerade bei den sehr häufig verwendeten Plänen ist es angenehm, dass über die Plannummer auf die Plannummer eines "benachbarten" Planes geschlossen werden kann. Dies führt dann zu den "klassischen Nummern":

GR-Erdgeschoss
GR-1. Obergeschoss
GR-2. Obergeschoss

SC-A-A
SC-B-B

 

Diese haben in mannigfaltigen Abwandlungen ihre Eignung in der Baupraxis bereits erwiesen. Allerdings gilt es unserer Meinung, hier das richtige Maß zu finden. Sollen zu viele Informationen in der Plannummer hinterlegt werden, dann kehrt sich der Vorteil dieser Plannummernkonvention schnell in sein Gegenteil um - die Plannummer erreicht schnell eine unhandliche Länge. Insofern raten wir beispielsweise im Regelfall davon ab, Informationen wie z.B. Blattgröße oder Maßstab in die Plannummer zu integrieren.

 

 

5. Verschlüsselungssysteme

Prinzipiell lassen sich zwei grundsätzliche Verschlüsselungssysteme beobachten. Wir möchten dies hier am Beispiel von Grundriss, Schnitt und Ansicht vorstellen:

a. Buchstabenschlüssel
Jeder der drei genannten Pläne erhält einen aus der Planart resultierenden Buchstabenschlüssel. Gebräuchlich sind hier beispielsweise GR, SC und AN.

Vorteile:

  • Bei wenigen Planarten sehr eindeutig lesbar.
  • Es gibt mehr Buchstaben als Zahlen.

Nachteile:

  • Werden die Kategorien im Server nach diesen Buchstaben sortiert, dann stehen die Ansichten ganz oben und die wichtigen Grundrisse irgendwo in der Mitte.
  • Zwei wichtige Kategorien können mit den gleichen Buchstaben anfangen. Klassiker ist im Baubereich das Kürzel "DE", das üblicherweise sowohl für Deckenspiegel als auch für Detail steht.
  • Bei großen Projekten mit vielen Kategorien gehen aus dem gleichen Grunde die "sinnvollen" Kürzel schnell aus.

 

b. Zahlenschlüssel

Die Kategorien erhalten in der gewünschten Reihenfolge eine Kennnummer, beispielsweise 02-Grundrisse, 03-Schnitte, 04-Ansichten.

Vorteile:
  • Die Pläne werden in einer sinnvollen Reihenfolge angezeigt, d.h. oben stehen die allgemeinen Pläne (so könnte man mit 01-Lageplan beginnen), weiter unten dann die Detailpläne.
  • Durch die Reihenfolge lassen sich inhaltliche Gruppen bilden.

Nachteil:

  • Man muss sich projektspezifisch die Kennnummern merken.

Die Entscheidung, welches System am besten für einen individuellen Anwendungsfall geeignet ist, ist unserer Erfahrung nach sehr projektspezifisch zu sehen, wobei wir von der Grundtendenz bei größeren Projekten zu Nummernschlüsseln neigen, weil dann Kürzel wie SE = Schema Elektro dann oft auch nicht selbsterklärend sind und bei vielen Kategorien das Argument der sinnhaften Sortierung wichtiger wird.

Außerdem ist, wie bereits erwähnt, zu berücksichtigen, dass die optimale Nummer oft durch die Kombination beider Systeme entsteht: 

A-GR-EG
gegenüber
A02-EG

Der Wechsel von einer Buchstaben- zu einer Zahlenverschlüsselung hilft, die Nummer zu gliedern.

 

 

 

6. Fixe und freie Klassifikationssysteme

Unserer Meinung nach ist diese Punkt das wirklich wesentliche Kriterium für die Unterscheidung von Plannummernsystemen. Dabei sind die beiden in der Überschrift genannten Kriterien keine feststehenden Begriffe in der Klassifikationstheorie. Insofern hier unsere Definition:

 fixe Klassifikationsysteme Das System besteht aus vorgegebenen Spalten, die in einer fest vorgebenen Reihenfolge einzelne Aspekte des Plans beschreiben. Dabei ist der Inhalt einer jeden Spalte von den anderen Werten unabhängig. In der Klassifikationstheorie spricht man auch von einer "Facettenklassifikation".
 
 freie Klassifikationssystem Der Inhalt einer Spalte ist frei wählbar. Seine Bedeutung ist abhängig von der jeweils links davon stehenden Spalte. Solche Systeme werden auch als hierarchische Systeme bezeichnet. Vom Prinzip kann eine Nummer auch eine variable Anzahl von Spalten haben.  

Beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile. Betrachten wir das folgende vereinfachte fixe Schema:

Verfasser - Plantyp - Planart - Ebene – laufende Nummer

Als Verfasser kommen die Planungsbeteiligten, also beispielsweise Architekt, Tragwerksplaner, HLS, in Frage. Der Plantyp beschreibt das Thema, wie Werkplanung, Heizungspläne, Lüftungspläne etc. und als Planart die oben erwähnten Grundrisse, Schnitte und Ansichten. Dadurch entstehen Nummern wie diese:

HLS-LÜ-GR-E1-001 (HLS Lüftungsplan)
HLS-KL-GR-E1-001 (HLS Klima)
TRG-PO-GR-E1-001 (Tragwerksplaner Positionsplan)
Schwierig wird es nun, wenn der Architekt seine Grundrisse einstellen soll. Um die gleichen "Spalten" der Plannummer zu benutzen, muss für den Plantyp ein Platzhalter "xx" verwendet werden:
ARC-xx-GR-E1-001 (Architektengrundriss)
Oder ein für ein Detail (z.B. für einen Ausschnitt eines Treppengeländers), das nicht einer Ebene zuordenbar ist:
ARC-xx-DE-xx-001 (Detail Nummer 1)

Dieser Plan erklärt auch die Notwendigkeit der laufenden Nummer, da ja mehrere Details nur anhand dieser Nummer zu unterscheiden sind. Für die vorher aufgeführten Pläne ist "001" inhaltlich unsinnig und muss nur mitgeführt werden, da ja jeder Spalte ein Wert zugeordnet sein muss.

 
Wie sieht eine Alternative aus? Nun, solange keine Computer zur Verwaltung verwendet wurden, waren die Schemas flexibler. Vereinfacht ausgedrückt wurden nicht benutzte Felder einfach weggelassen, da es ja klar war, dass ein Treppendetail keiner festen Ebene zu zuordnen ist. D.h. die Architektenpläne aus dem Beispiel oben heißen:

ARC-GR-E1
und
ARC-DE-001

Für uns Menschen völlig naheliegend. Aber für einen Rechner wird es nun vergleichsweise schwierig zu prüfen welche Plannummern wann gültig sind.

Die leichtere programmtechnische Umsetzbarkeit von fixen Klassifikationssystemen mag ein Grund sein, warum diese von elektronischen Verwaltungsprogrammen im Regelfalle vorgegeben werden. Aus unserer Sicht führen sie, überspitzt gesagt, dazu, dass die Pläne die man sowieso einfach findet unverständlich lange Nummern bekommen, dafür aber die Pläne, deren Klassifizierung schwierig ist, Plannummern haben, die zu einem großen Teil aus "x"-en bestehen und daher eigentlich auch nicht wirklich weiter helfen.

Trotzdem - ganz so einfach ist es natürlich auch nicht. Fixe Klassifikationssysteme haben den Vorteil einer vergleichsweise guten Kommunizierbarkeit. Auch wenn sie umständlich in der Handhabung sind, lässt sich das Schema im Regelfall auf einer A4-Seite zusammenfassen. Außerdem kann mit ihnen leichter ein umfassender Namensraum zu Projektbeginn beschrieben werden. Die individuelleren, freien Klassifikationssysteme müssen im Verlauf des Projektes eher angepasst werden, um Anfangs nicht berücksichtigte Pläne zu einem späteren Zeitpunkt mit aufzunehmen.

Dennoch neigen wir in der Regel zu freien, hierarchisch gegliederten Systemen. Ihr Vorteil besteht nicht nur in der Kürze der daraus resultierenden Nummern. Entscheidend ist auch, dass man Informationen leichter findet, da die unsinnigen Kombinationen eleminiert sind. 

 

 

7. Indexierung

Im Laufe eines Projektes wird ein Plan in der Regel mehrfach überarbeitet und dann mit einem erhöhten Index erneut zur Verfügung gestellt. Die Schwierigkeit in diesem Zusammenhang beginnt bereits beim Wort selbst - was ist der Plural von Index? Laut Wörterbuch ist sowohl die Form "Indizes" als auch "Indexe" korrekt. Für elektronische Verwaltungssysteme ist eine korrekte Indizierung von entscheidender Bedeutung, da nach Möglichkeit die verschiedenen Indexe eines Planes als zusammengehörig erkannt werden sollen. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um beispielsweise nur die nur die aktuellsten Versionen aller Pläne anzeigen zu können.
In der Praxis begegnet man dabei unterschiedlichen Systemen:

a) Buchstaben.
Im deutschen Sprachraum besteht die traditionelle Methode darin der Plannummer der ersten Veröffentlichung bei der ersten Überarbeitung ein a anzuhängen:
F10B erste Veröffentlichung
F10Ba erste Überarbeitung
F10Bb zweite Überarbeitung

In der Regel erfolgte dies ohne Trennzeichen, d.h. der erste Index eines Plan A-GR-EG erhält eher die Bezeichnung A-GR-EGa als A-GR-EG-a, wobei der Index dann teilweise auch mit Leerzeichen getrennt wird: A-GR-EG a.

Dies führt zu vergleichsweise schwer zu handhabenden Gültigkeitsprüfungen, da ein "vergessener" Index ja auch eine gültige Plannummer darstellt.

b) Datum
Eine andere Möglichkeit, die wir in der Praxis häufig antreffen, ist die Kennzeichnung der Indexstände über das Datum, wobei meist die für Dokumente oder Protokolle übliche "rückwärts" Notation (also anlehnend an ISO 8601) mit 2-stelligen Jahr verwendet wird:

A-Grundriss EG-091214
A-Grundriss EG-100123

Der Vorteil der einfachen Handhabbarkeit wird allerdings damit erkauft, dass in der Historie jetzt nicht mehr zu erkennen ist, ob die Reihe der Indexe vollständig ist, weshalb wir bei größeren Projekten von einer solchen Kennzeichnung eher abraten.

c) Ohne Kennzeichnung 

Im amerikanischen Raum ist es unserer Erfahrung durchaus üblich keinen Index im Dateinamen zu führen. Der Index wir zwar durchaus im Plankopf geführt, aber eben nicht im Dateinamen. Hier wird dann in der Regel das Datum der Datei als Indikator verwendet. Dies mag zum einen damit zu haben, dass nicht zuletzt aufgrund der homogeneren Softwarelandschaft durchgängiger mit sogenannten "Referenzen" zwischen den Dateien gearbeitet wird. Dabei werden beispielsweise die Achsen auf eine eigene Zeichnung ausgelagert, auf die dann von allen Grundrissen aus verwiesen wird. Würde sich nun der Dateiname der Achsen-Zeichnung aufgrund eines neuen Index verändern, müssten mit jeder Änderung alle Referenzen der auf diese Achsen verweisenden Grundrisse aktualisiert werden, was hochgradig fehlerträchtig ist.
Zum anderen ist es aufgrund der dortigen Ausschreibungsprozedere üblicher alle Gebäudepläne auf einmal in so genannten "Packages" zu veröffentlichen, die dann auf der Baustelle tatsächlich als eine Art "gebundenes" Buch vorliegen, d.h. ein nachträgliches Hinzufügen und Ändern einzelner Pläne schon rein praktisch nicht in der hierzulande üblichen Form vorgesehen ist.

d) Revision 

In Projekten im nahen Osten haben wir die Kennzeichnung von Indexständen in der Form von typischerweise zweistelligen Revisionsnummern kennengelernt, die als eigenständiges Element der Plannummer angehängt werden:

A-02-Level1-R00
A-02-Level1-R01
A-02-Level1-R02

Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass der Index unmittelbar als eigenständiger Bestandteil der Plannummer ins Auge fällt. Vor allem wird auch der ersten Veröffentlichung eindeutig ein Indexstand zugewiesen. Zudem wird der Buchstabe "R" für "Revision" zumindest in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch verstanden.

e) Planungsphase und Index kombiniert

Wir selbst kennzeichnen Indexstände gerne nach folgendem System:

A02-E1-ENv0
A02-E1-ENv1
A02-E1-ENv2
A02-E1-ENf0
A02-E1-ENf1
Dabei stellen wir der Indexnummer zum einen die Planungsphase (EN=Entwurf) sowie einen Statusindikator (v = Vorabzug, f = Freigabeplan) vor. Dadurch behält die vordere Zeichengruppe "A02-E1" ihre Gültigkeit für die gesamte Projektlaufzeit. Die hinter dem letzten Trennzeichen stehende bezeichnet dann den jeweiligen Stand, wobei die Leistungsphase wie eine Art "Hauptindex" funktioniert. Dies hat aus unserer Sicht auch den wichtigen Vorteil, dass zur Bezeichnung des gerade gültigen Plans die Nennung von "A02-E1" ausreicht, da in einem großen Teil der Kommunikationsfälle (z.B. also am Telefon) beiden Seiten klar ist welcher Leistungsphase man sich gerade befindet und diese Information so nicht immer mit genannt werden muss.